PHOTOVOLTAIK - SOLARSTROM
AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
Schwerpunkt der derzeitigen Entwicklungen und Innovationen ist die
Materialforschung. Zum einen werden verschiedene Halbleitermaterialien vor allem für die
Dünnschichttechnologie (ca. 1 µm) getestet, zum anderen deren Eigenschaften durch
Strukturänderung oder Zusätze variiert.
eingesetzte Halbleitermaterialien: |
Silizium (monokristallin) |
| |
Silizium (polykristallin) |
| |
Silizium (amorph) |
| |
Dünnschicht-Silizium (CVD-Si) |
| |
Germanium (Ge) |
| |
Galliumarsenid (GaAs) |
| |
Gallium-Indium-Phosphid (GaInP2) |
| |
Cadmiumsulfid (CdS) |
| |
Cadmiumtellurid (CdTe) |
| |
Kupfer-Indium-Diselenid (CuInSe2) (CIS) |
| |
Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) |
Innovationen: |
Strukturierung der Oberflächen (Reduktion von
Reflexionsstrahlung) |
| |
Dünnschicht-Solarzellen aus kristallinem Silizium
(Kostenreduktion) |
| |
Farbstoffzusatz zur Erhöhung der Lichtabsorption |

Andere Forschungsvorhaben versuchen, die Halbleiter durch Oxide zu
ersetzen, um die Materialkosten deutlich senken zu können (MIS-Inversionsschicht: Ersatz
des p-n-Übergangs durch Halbleiter-Oxid-Übergang).
Das Solarforschungszentrum Frankfurt/Oder beschäftigt sich mit der Entwicklung von
Kupfer-Indium-Disulfid (CIS) Bändermodulen. Die Serienreife soll bis 2003 erreicht werden
mit einer Kostenreduktion auf ca. ein Siebtel heutiger Kosten.
Die photoelektrochemische Energieerzeugung (ASS-PEC, all solid state photo-electrochemical
cells) soll ebenfalls eine deutliche Kostenreduktion bewirken. Das innovative Prinzip
basiert auf der Grätzel-Zelle (Elektrochemische Flüssigkeit mit Titandioxid als
Halbleiter).
Auf die Steigerung der Wirkungsgrade zielt die Entwicklung von Multi-Junction-Zellen
(mehrfache Bandlücken bewirken höhere Ausnutzung des Lichtspektrums). Sie erreichen im
Labormaßstab über 26 % Wirkungsgrad. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
(ISE) konnte dieses Jahr mit Tandemzellen aus GaAs-GaSb unter stark konzentrierendem Licht
den Wirkungsgrad-Rekord von 31,4 % aufstellen (100-fache Sonnenkonzentration, AM 1,5d, 25
°C).
Die größten Erfahrungen für Photovoltaikanlagen bestehen in der Raumfahrt- und der
Satellitentechnik. Bei der Raumsonde "Deep Space I" sollen nun
Multibandgap-Zellen aus Ge, GaAs und GaInP2 mit konzentrierenden Fresnel-Linsen
getestet werden. Ein Wirkungsgrad von über 22% wird erwartet, die Datenauswertung soll im
Herbst 1999 erfolgen.
Neu ist die Entwicklung eines Gleichstromwandlers, der die Spannung einer einzelnen
Solarzelle in Abhängigkeit des Verbrauchers auf bis zu 400 Volt anheben kann. Dadurch
können die einzelnen Zellen eines Moduls parallel geschaltet werden und sind im
Wirkungsgrad nicht mehr von der schwächsten Zelle abhängig.
Ein zunehmendes Anwendungsgebiet findet die Photovoltaik bei multi-funktionalen
Fassadenelementen in Fertigbauweise, die neben der Stromerzeugung auch eine Klimatisierung
oder einen Sonnenschutz bieten.
Im Rahmen des EU-Projektes "Bimode" sind Solarmodule entwickelt worden, die
durch Einsatz verschiedener Solarzellen künstlerische Elemente aufweisen. Es handelt sich
hier um eine Kooperation von Modulherstellern, Künstlern und Architekten. Die Kombination
von verschiedenen Formen und Farben ist zwar möglich, bedingt aber deutlich höhere
Kosten durch Sonderanfertigungen. Zu nennen sind beispielsweise höhere Schnittverluste
oder nicht optimale Wirkungsgrade, da auch Materialien mit geringerem Wirkungsgrad wegen
ihrer Optik berücksichtigt werden.
Über Ergebnisse dieser Forschungen und Entwicklungen - soweit
verfügbar - halten wir Sie in unseren aktuellen Meldungen auf dem neuesten Stand.
|
|
Fachbücher
zur
Solarenergie |