Gaswärmepumpen - Zwischen technologischen Optionen und Chancen der Marktentwicklung

In den letzten Jahren hat es in Deutschland eine deutliche Zunahme erneuerbarer Energien im Wärmemarkt gegeben, welche sich mit noch größerer Geschwindigkeit fortsetzen soll. Grund hierfür ist das Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) am 1. Januar 2009, das unter anderem die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt forciert. Elektrowärmepumpen erfuhren im Zuge dessen einen erheblichen Zuspruch, sind als Erneuerbare-Energie-Technik breit akzeptiert und auf dem deutschen Heizungsmarkt gut aufgestellt. Die Gaswärmepumpe konnte hingegen von dieser umweltpolitisch getriebenen Marktentwicklung nicht in vergleichbarem Maße profitieren.

Die Markteinführung der Gaswärmepumpe erfolgte zuerst in Japan, China und den USA. Der Anreiz dafür war ursprünglich eine Überlastung der Stromnetze infolge des vermehrten Einsatzes von Stromklimageräten im Sommer. Gaswärmepumpen wurden in Form von Gasklimageräten als Alternative dazu entwickelt und eingesetzt, um die in der warmen Jahreszeit entstehenden Stromspitzen zu verhindern ('peak shaving'). In Nord- und Mitteleuropa sollen Gaswärmepumpen hingegen in erster Linie zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser dienen, weisen aber insbesondere wegen der Neuartigkeit dieser Technik und ihrer bisher vergleichsweise hohen Investitionskosten gegenüber anderen Heizungssytemen im niedrigen Leistungsbereich noch eine sehr geringe Marktdurchdringung auf.
Aufgrund des hohen Anteils von Erdgas am Raumwärmemarkt in Großbritannien und den Niederlanden (ca. 70 Prozent) bietet sich insbesondere dort für die Gaswärmepumpe ein sehr hohes Potenzial. Jedoch genießen Wärmepumpen im Allgemeinen auch in Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz - bei einem Anteil von Erdgas am Raumwärmemarkt unter 40 Prozent - eine sehr hohe Akzeptanz (einhergehend mit relativ hohen Absatzzahlen), sodass sich auch dort Gaswärmepumpen bereits in der Markteinführung befinden.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2013 (Oktober 2013)
Seiten: 6
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Marcel Ebert
Dipl.-Ing. Johannes Gansler
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der düngerechtlichen Regelungen und Auswirkungen auf den Einsatz von Komposten und Gärresten in der Landwirtschaft
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Die KOM fordert, dass Deutschland die Düngung für Stickstoff in den gefährdeten Gebieten signifikant einschränkt. Dabei darf diese Einschränkung nicht zu einer Verlagerung und damit zu einer Intensivierung in den 'nicht'-gefährdeten Gebieten führen.

Der Markt für Waste-to-Energy - Entwicklungen und Trends bis 2030
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Der Beitrag 'Der Markt für Waste-to-Energy - Entwicklungen und Trends bis 2030' stellt dar, wie sich die Abfallentsorgung und insbesondere die energetische Verwertung in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln werden. Dabei werden auch Teilmärkte, wie der Markt für Klärschlamm(mono)verbrennung oder der für Biomasse/Altholz, dargestellt.

Optimierte Verwertung von Siebresten aus Biogutvergärungs- und -kompostierungsanlagen (Sieb-OPTI)
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Im Projekt Sieb-OPTI, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wurden vor dem Hintergrund einer zunehmenden Fremdstoffproblematik auf Biogutbehandlungsanlagen mit steigenden Siebrestmengen sowie steigenden Kosten für die Entsorgung dieser Siebreste 275 Anlagenbetreiber zu dieser Thematik befragt. Daneben wurden Sortieranalysen von Siebresten auf vier Biogutbehandlungsanlagen durchgeführt, des Weiteren Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen innovativer Aufbereitungstechniken für Siebüberläufe sowie die Formulierung von Praxisempfehlungen auf Basis der Ergebnisse des Projekts.