Deponieverhalten mineralischer Abfälle auf Deponien der Klassen I und II nach 2005

Jährlich werden in Bayern ca. 200.000 t mineralischer Abfälle auf Deponien der Klassen I und II abgelagert: ca. 65% aus der Gruppe der „Bau- und Abbruchabfälle (Abfallschlüssel 17), ca. 20% Abfälle aus der Verbrennung und Pyrolyse von Abfällen (AS 19), sowie zu je 5% Abfälle aus thermischen Prozessen (AS 10) und Straßenkehricht (AS 20).

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle bewirken erhöhte Eluatkonzentrationen eines oder einiger weniger Parameter wie TOC, BTEX, KW, LHKW, PAK, PCB, Ammonium, Arsen, Blei, Chrom (zumeist als Chrom-VI), Fluorid oder Zink, dass eine Verwertung oder eine Ablagerung mineralischer Abfälle auf Deponien der Klasse 0 nicht zulässig ist. In der Regel ist die Sickerwasserqualität mineralischer Abfälle ausreichend, um es ohne Vorbehandlung in einer Kläranlage behandeln zu können. Eine ungünstige Ablagerung höher belasteter Abfälle, insbesondere bzgl. der Parameter Arsen und Chrom- VI, kann jedoch dazu führen, dass die Anforderungen für eine Indirekteinleitung nicht eingehalten werden können. Die Sickerwasserqualität von Deponien mineralischer Abfälle kann optimiert werden, wenn gering belastete Abfälle basisnah und höher belastete Abfälle oberflächennah abgelagert werden. Dadurch lassen sich ebenso Inkrustationen in Sickerrohren vermeiden. Beispielsweise sollten Abfälle mit gutem Adsorptionsvermögen, wie z.B. Abfälle, die größere Anteile Metalloxid- bzw. Hydroxidoberflächen enthalten, basisnah abgelagert werden. Auch sollte eine alleinige Ausschöpfung des Zuordnungswertes für den TOC von 1 bzw. 3% durch eine einzige spezielle organische Stoffgruppe im Abfall (z.B. BTEX, LHKW, PAK, PCB) vermieden werden. So sind BTEX und LHKW teilweise volatil und bedingt wasserlöslich und können ohne Gaserfassung über den Gaspfad bzw. Sickerwasserpfad an die Atmosphäre abgegeben werden.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Abfallforschungstage 2006 (Mai 2006)
Seiten: 15
Preis: € 0,00
Autor: Dr. Gerhard Heindl
Prof. Dr. Soraya Heuss-Aßbichler
 
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