Natural Attenuation – Zauberwort oder Leerformel?

Die Sichtweisen in der Beurteilung des Gefährdungspotentials von Altlasten waren seit dem Erscheinen der ersten Altlastenleitfäden in ständiger Diskussion und wurden mehrfach überarbeitet.

Sicherlich steht bei der Beurteilung der Grundsatz der Gefahrenabwehr für Mensch und Umwelt im Vordergrund und finanzielle Überlegungen bei der Beseitigung von Kontaminationen an demgegenüber nachrangiger Stelle. Bei Sanierungen wurden vor allem technisch aufwendige Maßnahmen zur Eleminierung und Einkapselung von Schadensherden bevorzugt, die unter den Stichworten „in-situ“, „on-site“ und „off-site“ mit unterschiedlichen Sanierungsmethoden schlagwortartig beschrieben wurden. Die meisten dieser Verfahren sind technisch aufwendig und versprechen nur bei einer vollständigen Entfernung der Schadstoffe eine Entlassung des Standortes aus dem Altlastenkataster. Die meisten Verfahren erwiesen sich zeitraubender als erwartet und benötigen zudem eine zeitlich schwer einzugrenzende Nachsorge, bzw. Kontrolle. Zudem wurden die bereits eingetretenen Kontaminationen im Umfeld von Altlasten (Stichwort: Schadstofffahne) meist wohlweislich ausgeklammert. Diese, derzeit durch die Altlastenleitfäden dokumentierte Sichtweise von Altlastensanierungen ist in den letzten Jahren durch die Erkenntnis, dass bei begrenzten finanziellen Mitteln nicht die vollständige Beseitigung von Altlasten erreicht werden kann, relativiert worden. Mittels Prioritätenlisten konnten die gravierendsten Fälle vorrangig behandelt werden, eine erhebliche Anzahl von Fällen blieb auf der Warteliste.



Copyright: © ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH
Quelle: 1. Karlsruher Altlastenseminar - 2000 (Juli 2000)
Seiten: 4
Preis: € 2,00
Autor: Prof. Dr. Stefan Wohnlich
 
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