Hormonelle Belastungen von Schönungsteichen – Verfahrensvorstellung und erste Ergebnisse 

Ausgehend vom Ziel einer gesamtökologischen Bewertung des Eintrags von Spurenstoffen in Oberflächengewässer werden am Beispiel hormoneller Belastungen von Schönungsteichen kombinierte chemische und biologische Untersuchungsverfahren vorgestellt. 

Dazu wurden am Lehr- und Forschungsklärwerk der Universität Stuttgart zwei Schönungsteiche untersucht, die zum einen als Referenzgewässer mit Wasser aus dem nahegelegenen quellnahen Vorflutgewässer und zum anderen mit Kläranlagenablauf gespeist wurden. Beide Teiche wurden mit identischen Fischpopulationen besetzt; es wurden zunächst über den Zeitraum eines Jahres chemische Untersuchungen zur Belastung der Teiche mit hormonell aktiven Stoffen sowie biologische Untersuchungen zum Geschlechterverhältnis, Gonadenausprägung, Populationsstruktur und Hermaphroditismus von Fischen durchgeführt. Während beide Teiche als realitätsnahe Systeme eine gewisse Ausgangsbelastung mit dem natürlichen Östrogen Östron sowie den Nonylphenolpolyethoxylat(NPEO)-Metaboliten aufwiesen, fiel der mit Kläranlagenablauf gespeiste Teich insbesondere durch erhöhte Konzentrationen an 17 -Ethinylöstradiol, an Abbauprodukten der Nonylphenolpolyethoxylate, an 4-Oktylphenol und an Bisphenol A auf, was auf einen lediglich begrenzten Abbau dieser Stoffe hinweist. Unter den Bachschmerlen fand sich im mit Kläranlagenablauf beschickten Teich ein deutlich höherer Männchenanteil, die biologischen Untersuchungen ergaben deutliche durch den Kläranlagenablauf hervorgerufene biologische Unterschiede. 
Schlagworte: Abwasserbehandlung, Spurenstoffe, Endokrine Disruptoren, Östrogene, GC-MS, Fische, Gonaden, Geschlechteranteile 



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 12 / 2003 (Dezember 2003)
Seiten: 8
Preis: € 8,00
Autor: Dr. Peter Spengler
Priv. Doz. Dr. rer. nat. Jürgen Böhmer
Dr.-Ing. Birgit Schlichtig
Professor Dr. rer. nat. habil. Jörg W. Metzger
Professor Dr.-Ing. Ulrich Rott
 
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