In dieser Studie wurde das Potenzial von Mineralwolle als aufbereiteter hydraulisch wirksamer Zusatzstoff (AHWZ) untersucht.
Der Einsatz von ungefährlichen Mineralwolleabfällen als Zumahlstoff ist gegenwärtig rechtlich nicht zulässig, könnte aber zur Einsparung natürlicher Rohstoffe sowie zur Minderung von CO2-Emmissionen führen. Um die Eignung als AHWZ zu bestimmen, wurden mehrere Auf-bereitungsschritte durchgeführt und im Weiteren der Aktivitätsindex (AI) für Glaswolle sowie Steinwolleproben bestimmt. Mineralwolle gehört den künstlich hergestellten anorganischen amorphen (glasigen) Fasern (KMF) an (Dunster 2007) und weist als Dämmstoffe im Bauwesen die größte Verbreitung auf (Vollprecht et al. 2019). Im Hochbau wird Mineralwolle hauptsächlich als akustische und thermische Isolierung eingesetzt, sowie zusätzlich im Brandschutz (Müller et al. 2009) und im Gartenbau (Sattler et al. 2020).
Mineralwolleabfälle bestehen großteils aus sortenrein getrennt gesammelter Mineral-wolle inklusive Verunreinigungen. Während der Einsatz von Mineralwolleabfällen als Ersatzrohstoff zur Klinkerherstellung in der Zementindustrie den Energieverbrauch beim Klinkerbrand nicht verringert, könnte die Verwendung von Mineralwolleabfällen als Zumahlstoff bei der Vermahlung des Klinkers zu Zement eine klimafreundlichere Lösung darstellen, falls die Mineralwolleabfälle latent hydraulische Eigenschaften auf-weisen und somit ein Teil des Klinkers substituiert werden könnte. Solche sogenannten 'aufbereiteten hydraulisch wirksamen Zusatzstoffe" (AHWZ) werden dem Zement beigemengt. Gegenwärtig werden v.a. Mischungen aus Hüttensand, Flugasche und Kombinationsprodukte als Zumahlstoffe verwendet. Zumahlstoffe aus latent-hydraulischen Stoffen, wie etwa Hüttensand, entwickeln bei sulfatischer oder alkalischer Anregung hydraulische Eigenschaften. Diese sind vom glasigen Zustand des Hüttensandes abhängig, wobei hohe Glasgehalte eine höhere Hydraulizität des Hüttensandes hervorrufen. Das ist aufgrund des höheren Energiegehalts des metastabilen, glasigen Zustands gegenüber dem entsprechenden kristallinen Zustand zu begründen (Schiessl 1996, Regourd 1986, Kühl 1961).
Puzzolanische Stoffe, Aschen und Gesteine vulkanischen Ursprungs sowie Flug-aschen und Silicastaub, reagieren beim Anmachen mit Portlandzement mit Calciumhydroxid (Ca(OH)2) in wässriger Lösung zu festigkeitsbildendem Calciumsilicathydrat (CaH2SiO4·2 H2O) (Stark & Wicht 2000).
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
| Quelle: | Recy & Depotech 2020 (November 2020) |
| Seiten: | 6 |
| Preis: | € 3,00 |
| Autor: | Theresa Sattler Assoz.Prof. Dipl.-Min. Dr.rer.nat. Daniel Vollprecht Valentina Dietrich J. Schimek |
| Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.
Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.
Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.