Problemfeld Fischschutz und Fischabstieg - Hydraulik und Eignung von Feinrechen

Feinrechen werden derzeit hinsichtlich Verlusten und betrieblicher Eignung skeptisch betrachtet. Dabei zeigen Versuche mit dem Fischschonrechen (FSR) an der Uni Kassel, dass die Verluste bei sauberem Rechen sehr gering sind. Winkel der Schräganströmung können in der angepassten Verlustformel für den FSR vernachlässigt werden. Der FSR als Beispiel moderner Feinrechenprofile besitzt daneben mehrere positive Einflüsse auf die Hydraulik, die bei gutem Fischschutz zur Verbesserung der Zuströmungverhältnisse zur Turbine und damit zur Leistungssteigerung beitragen können.


1 Einleitung

Nach § 35 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sind an nahezu allen Wasserkraftanlagen früher oder später 'Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulationen" zu ergreifen. Diesbezüglich kam das Forum Fischschutz und Fischabstieg zu dem Schluss: 'Grundsätzlich sind hohe Schutzraten nur mit impermeablen Rechen durch geringe lichte Stabweiten erzielbar" [1]. Dabei ist sich die Fachwelt einig, dass für einen effektiven Schutz z. B. von abwandernden Salmonidensmolts von lichten Stababständen um 10 mm auszugehen ist.

Gerade diese Lösung mit physischen Barrieren wird jedoch in der Diskussion um Möglichkeiten der Verbesserung des Fischschutzes in der Regel noch sehr skeptisch gesehen. Dabei herrschen teilweise noch irrige Vorstellungen zu den Verlusten und den erwarteten Betriebsproblemen, die Lösungen im Sinne von § 35 WHG erschweren oder gar verhindern. Nachstehend sollen einige der diskutierten vermeintlichen Probleme sowie hydraulische Phänomene etwas genauer betrachtet werden.

2 Grundsätzlich geeignete Profile und Eigenschaften moderner Feinrechen

2.1 Probleme bei der Verfeinerung herkömmlicher Profile

Die einfache Verringerung des Stababstandes herkömmlicher Rechteckprofile kann nicht empfohlen werden, da durch Korrosion und Aufwuchs von Biofilmen Engstellen entstehen, die auch im Profil weit hinten liegen können. Dadurch bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für schwimmende Partikel, sich im hinteren Teil des Profils so zu verklemmen, dass sie durch die Reinigerharke nicht herausgeholt werden können. Die so entstehende, immer weiter anwachsende Verlegung kann bei feineren Rechen noch gravierender ausfallen, so dass ein wirtschaftlicher Betrieb kaum noch möglich ist.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 02/03 (März 2020)
Seiten: 6
Preis: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Reinhard Hassinger
Sandra Koczula
 
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