Die Erhöhung des Wirkungsgrades eines Holzheizkraftwerkes durch den Einsatz eines Rauchgaswärmetauschers ‒ ein Beispiel aus der Praxis ‒

Das Biomasse-Heizkraftwerk in Hagenow produziert seit 1997 umweltfreundlichen Strom an einem traditionellen Standort der Energieerzeugung. Die vormals als Braunkohlekraftwerk in Betrieb gewesene Anlage wurde 1997 in das erste moderne Biomasse-Heizkraftwerk in Deutschland umgewandelt.

Im Zuge einer technischen Modernisierung wurde das Biomasse-Heizkraftwerk Hagenow mit einem Rauchgaswärmetauscher zur Wärmeversorgung einer Holztrocknungsanlage ausgerüstet. Der Rauchgaswärmetauscher wurde dabei in die bestehenden Rauchgasleitungen zwischen Schlauchfilter und Kamin per Bypass integriert. Als Werkstoff für den Wärmetauscher wurde ein Fluorpolymer anstatt Stahl gewählt. Der Rauchgaswärmetauscher ist dadurch unempfindlich gegenüber Korrosion durch die Mischsäuren im Rauchgas und ermöglicht somit die Nutzung des Temperaturspektrums der Rauchgase bis an den Schwefelsäuretaupunkt. Der bei der Nutzung von Stahlwärmetauschern übliche 'Sicherheitsabstand' zum Säuretaupunkt der Rauchgase entfällt praktisch. Abwässer entstehen dabei keine, da eine Unterschreitung des Säuretaupunktes im Regelbetrieb vermieden wird. Eine optimale Wärmeausbeute bei niedrigem technischem Aufwand ist das Resultat der gewählten Anlagenkonfiguration. Durch den Betrieb des Rauchgaswärmetauschers erhöht sich der thermische Wirkungsgrad des Heizkraftwerkes um ca. 10 %.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 10. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2016)
Seiten: 7
Preis: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Robert Böttcher
Carsten Uffmann
 
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