Das neue Vergaberecht - Chancen und Risiken für Kommunen

Für Kommunen stellt im Bereich der Abfallentsorgung das Vergaberecht schon seit längerem eine große Herausforderung dar. Die Vergabe von Entsorgungsdienstleistungen hat regelmäßig im Rahmen europaweiter Verfahren zu erfolgen. Aber auch die Beschaffung von Anlagen zur Behandlung von Abfällen wird häufig vom Vergaberecht dominiert. Mithin sind die entsorgungspflichtigen Körperschaften sowohl mit der Vergabe von Lieferleistungen als auch von Bauleistungen sowie freiberuflichen Leistungen befasst.

Das hierzu benötigte 'Handwerkszeug" wurde wieder einmal überarbeitet. Die hier interessierende Vergaberichtlinie 2014/24/EU wird mit der Vergaberechtsnovelle 2016 in nationales Recht umgesetzt. Diese Novelle ist das größte vergaberechtliche Gesetzgebungsverfahren der letzten zehn Jahre. Mit einem pünktlichen Inkrafttreten zum 18. April 2016 ist zu rechnen.

Bereits am 19. Januar 2016 wurden die VOB/A und VOB/B - Ausgabe 2016 - im Bundesanzeiger veröffentlicht (BAnz AT 19.01.2016 B3, S. 1 ff.). Am 20. Januar 2016 wurde die neue VgV in das Kabinett eingebracht. Den größten Meilenstein zur Umsetzung bildet jedoch das Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts (Vergaberechtsmodernisierungsgesetz - VergRModG). Das Gesetz vom 17.02.2016 wurde am 23. Februar 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Gemäß Artikel 3 VergRModG tritt dieses mit Ausnahme der Verordnungsermächtigung (§ 113 GWB) sowie der Regelung zum Monitoring sowie zur Pflicht zur Übermittlung von Vergabedaten (§ 114 GWB), die bereits am Tag der Verkündung in Kraft getreten sind, am 18. April 2016 in Kraft.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 28. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (April 2016)
Seiten: 8
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Andreas Kersting
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Europäische Rechtsvorgaben und Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft in Deutschland
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Bioabfälle machen 34 % der Siedlungsabfälle aus und bilden damit die größte Abfallfraktion im Siedlungsabfall in der EU. Rund 40 Millionen Tonnen Bioabfälle werden jährlich in der EU getrennt gesammelt und in ca. 4.500 Kompostierungs- und Vergärungsanlagen behandelt.

Vom Gärrest zum hochwertigen Gärprodukt - eine Einführung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Auch mittel- bis langfristig steht zu erwarten, dass die Kaskade aus anaerober und aerober Behandlung Standard für die Biogutbehandlung sein wird.

Die Mischung macht‘s - Der Gärrestmischer in der Praxis
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Zur Nachbehandlung von Gärrest aus Bio- und Restabfall entwickelte Eggersmann den Gärrestmischer, der aus Gärresten und Zuschlagstoffen homogene, gut belüftbare Mischungen erzeugt. Damit wird den besonderen Anforderungen der Gärreste mit hohem Wassergehalt begegnet und eine effiziente Kompostierung ermöglicht.