Angesichts eines sich rasant verändernden Strommarktes mit vermehrter Einspeisung von erneuerbarer Energie, deren Erzeugungsleistung deutlichen Fluktuationen unterworfen ist, gewinnt die Möglichkeit der großmaßstäblichen Energiespeicherung zunehmend an Bedeutung. Unterirdische Pumpspeicherwerke könnten einen solchen Energiespeicher bereitstellen. Die Strömungsvorgänge in verzweigten Tiefspeichern dieser Bauwerke sind bislang noch nicht ausreichend erforscht. Im Folgenden werden Ergebnisse einer 2-D-tiefengemittelten numerischen Simulation zur Analyse der Strömungsprozesse bei Variation der geometrischen Eigenschaften des Unterbeckens dargestellt.
Nach den Zielvorgaben im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromproduktion in Deutschland im Jahr 2025 bei 40 % bis 45 % und im Jahr 2050 bereits bei 80 % liegen. Da die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Sonne und Wind, einen volatilen Charakter aufweist, stellt sich durch diesen schnellen Ausbau das Problem der Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms. Das bestehende elektrische Netz ist auf eine bedarfsgerechte Bereitstellung des Stroms ausgelegt, bei der die produzierten Mengen von den Stromverbrauchern zeitgleich abgenommen werden. Kann das Gleichgewicht von Produktion und Verbrauch nicht aufrechterhalten werden, droht der Kollaps des Verteilungsnetzes, das folgerichtig mit fortschreitendem Ausbau der erneuerbaren Energien an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stoßen wird.
Um die aus erneuerbaren Energien produzierten Strommengen bedarfsgerecht bereitzustellen, könnten diese in Pumpspeicherwerken (PSW) zwischengespeichert werden. Liegt ein Überschuss an Energie im Netz vor, wird Wasser mittels Pumpen von einem unteren Reservoir in ein höhergelegenes Reservoir befördert und die elektrische Energie so in Form von potentieller Energie gespeichert. Bei erhöhter Nachfrage kann das Wasser aus dem oberen Reservoir turbiniert und so die elektrische Energie teilweise zurückgewonnen werden. Für Anlagen in konventioneller Bauweise, bei der zwei Seen als Reservoire dienen, muss eine Topographie mit großen Höhenunterschieden vorhanden sein, um möglichst viel Energie bei möglichst geringer Wassermenge zu speichern.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Quelle: | Wasserwirtschaft 02-03/2016 (März 2016) |
| Seiten: | 6 |
| Preis: | € 10,90 |
| Autor: | Moritz Kreyenschulte Dipl.-Wirtsch.-Ing. Elena Pummer Univ.-Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf |
| Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Grossrevision Waldeck 1 - Halbzeit bei der Modernisierung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Uniper investiert rund 50 Mio. Euro in die umfassende Erneuerung des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck 1.
Multifunktionales Konzept fuer ein Pumpspeicherkraftwerk im Harz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Ein großer Steinbruch im Harz könnte sich zukünftig als ein geeignetes Oberbecken für ein neues Pumpspeicherkraftwerk mit 180 MW Leistung erweisen.
Erneuerung der Werksgruppe Schluchsee - Vorzeigemodell fuer eine nachhaltige Modernisierung bestehender Pumpspeicher
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Schluchseewerk AG modernisiert mit dem Projekt WGSPlus ihre Pumpspeicher der Werksgruppe Schluchsee, um einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten.
Pumpspeicherprojekt PULS - ein wichtiger Baustein fuer die flexible Energieversorgung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Das von Vattenfall geplante Neubauprojekt PULS ist als Pumpspeicherkraftwerk konzipiert und könnte in Südthüringen, in der Mitte Deutschlands, realisiert werden.
Neubauprojekt PSW Forbach - Stand nach 1,5 Jahren Bauzeit
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) investiert rund 280 Mio. € in die Erneuerung und den Ausbau des bestehenden Rudolf-Fettweis-Werks in Forbach im Nordschwarzwald.