Optimierung der Wasserkraftnutzung von einer Trinkwassertalsperre

Die Trinkwassertalsperre Kleine Kinzig ist in den Jahren 1978 bis 1982 zur Trinkwasserversorgung von Städten und Gemeinden im mittleren Schwarzwald mit ca. 250 000 Einwohnern gebaut worden. Die erwartete Steigerung der Trinkwasserabgabe von ca. 6 Mio. m³ im Jahr 1982 auf ca. 11 Mio. m³ ist selbst nach ca. 30 Betriebsjahren nicht eingetreten. Von Seiten des Zweckverbandes Trinkwasserversorgung Kleine Kinzig liegt nun das Augenmerk auf einer Optimierung der Wasserkraftnutzung. Hierzu sind der Einsatz der Turbinen und die Bewirtschaftung des Speichers zu überdenken sowie geeignete Betriebsregeln zu entwickeln.

Die Talsperre Kleine Kinzig ist in den Jahren 1978 bis 1982 mit dem Zweck gebaut worden, 20 Städte und Gemeinden mit mehr als 250 000 Einwohnern mit Trinkwasser zu versorgen. Hierzu wurde der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig gegründet. Die Aufgaben des Zweckverbandes sind der Betrieb und die Unterhaltung der Talsperre, die Wasseraufbereitung und die Wasserverteilung. Das Hauptanliegen des Zweckverbandes ist die sichere Versorgung der angeschlossenen Gemeinden mit Trinkwasser.
Eine Wasserkraftnutzung aus der Talsperre war von Anfang an vorgesehen. Es wurden zwei Turbinen angeordnet, um die Höhendifferenz zwischen dem Wasserspiegel im Speicher und dem Wasserwerk bzw. dem Tosbecken auszunutzen. Zum Zeitpunkt des Baus der Talsperre rechnete man allgemein mit einer jährlichen Steigerungsrate des Trinkwasserverbrauchs zwischen 6 und 7 %. So wurde erwartet, dass die Trinkwasserabgaben von rund 6 Mio. m³ in Jahr 1984 in den Folgejahren auf 10 bis 11 Mio. m³ steigen würden. Für letztere jährliche Abgaberate könnte man mit der Talsperre eine zuverlässige Trinkwasserversorgung sicherstellen.
Wie in der gesamten Bundesrepublik sind die prognostizierten Trinkwasserbedarfssteigerungen auch bei den von der Trinkwassertalsperre Kleine Kinzig versorgten Verbrauchern nicht eingetreten. Man kann feststellen, dass der Trinkwasserverbrauch seit ungefähr dem Jahr 1990 auf gleichem Niveau verbleibt, teilweise wurde sogar eine geringe Abnahme registriert. Auch mit Blick auf den erwarteten demografischen Wandel ist sich die Fachwelt einig, dass der Trinkwasserverbrauch sich nicht mehr steigern wird. Vermutlich werden die Auswirkungen des Klimawandels (erhöhte Jahrestemperatur führt zu gesteigertem Trinkwasserbedarf) durch die gegenläufigen Tendenzen des demografischen Wandels ausgeglichen werden, so jedenfalls ist die gegenwärtige Meinung der Wissenschaftler.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 06/2015 (Juni 2015)
Seiten: 6
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Wolfgang Strasser
Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-B. Horlacher
 
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