Ansätze für eine großtechnische Umsetzung eines biologischen Laugungsverfahrens zur Rückgewinnung von Schwermetallen aus Elektro- und Elektronikschrott

Die biologische Laugung stellt eine potentielle Möglichkeit zur effizienten Rückgewinnung von Metallen aus Abfallströmen dar. Am Lehrstuhl Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft der Universität Duisburg-Essen wurde eine kontinuierliche zweistufige Versuchsanlage konzipiert und gebaut. Die für die Laugung notwendigen Bakterienstämme können in einem Fermenter sicher kultiviert werden. Durch die Untersuchungen an der Versuchsanlage sollen eine ökonomisch und ökologisch optimale Prozessfahrweise und die entsprechenden Prozessparameter ermittelt werden.

Der kontinuierlich steigende Bedarf der Industrienationen an metallischen Rohstoffen und die damit verbundene Förderung führt zusehends zu einer Verschiebung dieser Rohstoffe aus ihren natürlichen Lagerstätten in das anthropogene System (Rechberger 2011). Unter dem Begriff 'Urban Mining' wird vermehrt die Möglichkeit der Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem anthropogenen Lager, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, untersucht (Flamme 2012). Zur Gewinnung von Schwermetallen aus natürlichen Erzen stellt die biologische Laugung seit Jahrzehnten ein etabliertes Verfahren dar (Bosecker 1997). Durch den hohen Bedarf von metallischen Werkstoffen in der Elektronikindustrie und steigenden Zahlen von elektronischen Geräten mit einer relativ kurzen Lebensdauer, ist Elektro- und Elektronikschrott der am schnellsten wachsende Abfallstrom (Bas 2012). In diversen Untersuchungen wurde in Laborversuchen die Eignung der biologischen Laugung zur Rückgewinnung von Schwermetallen auch aus Elektro- und Elektronikschrott gezeigt. Dabei wurden verschiedene Bakterienstämme und aus biologischer Sicht optimale Verfahrensparameter detektiert (Mishra 2010). Im Rahmen eines von der EU geförderten INTERREG-Projektes (RENEW) wurde eine kontinuierliche Versuchsanlage zur biologischen Schwermetalllaugung aus Elektro- und Elektronikschrott konzipiert. Es ist das Ziel, Ansätze für eine technische Realisierung zu erforschen und dabei die positiven ökologischen Potentiale dieser biologischen Methode mit einer effizienten Verfahrensführung optimal zu kombinieren.


Autoren: Jan Möller, Tobias Gehrke, Michael Eisinger, Martin Denecke



Copyright: © Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW)
Quelle: 4. Wissenschaftskongress März 2014 - Münster (März 2014)
Seiten: 5
Preis: € 2,50
Autor: Dipl.-Ing. Jan Möller
Tobias Gehrke
PD Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil. Martin Denecke
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.