Der Main-Donau-Kanal ist der großen Öffentlichkeit nur als künstliche Schifffahrtsstraße bekannt, die das Schwarze Meer über Donau, Main und Rhein mit der Nordsee verbindet. Als weitere Aufgabenstellung erfüllt der Kanal noch die Niedrigwassererhöhung des Nordens von Bayern durch Wasserüberleitung aus dem Donauraum und zusammen mit dem Altmühl- und Brombachsee die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Altmühltal. Die Energiebilanz des kompletten Systems ist positiv, da die Pumphöhe auf der südlichen Rampe geringer ist als das Gefälle auf der Nordrampe, das durch mehrere Wasserkraftwerke genutzt wird. Das neueste dieser Kraftwerke ist das Wasserkraftwerk Leerstetten an der gleichnamigen Schleuse. Der Maschinensatz mit einer Durchströmturbine der Fa. Ossberger ist für eine Schluckmenge von 6,0 m³/s bei einem Nettogefälle von 24 m ausgelegt.
Das Wasserdargebot in Bayern ist regional sehr unterschiedlich. Im Gebiet südlich der Donau gibt es hohe Niederschläge und ein gutes Speichervermögen der Böden sorgt für vergleichmäßigte Abflüsse in den Gewässern. Demgegenüber hat der Norden Bayerns wenig Niederschläge und von der Bodenbeschaffenheit ein begrenztes Speichervermögen, wodurch sommerliche Hochwässer üblich waren. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, wird der Main-Donau-Kanal, der die Donau bei Kelheim mit dem Main bei Bamberg verbindet und ursprünglich als reine Wasserstraße geplant war, auch als Transportweg für das Überleitungswasser aus der Donau in den Main genutzt. Jährlich werden über diese Strecke im Mittel 125 Mio. m³ übergeleitet. Um die sommerlichen Hochwässer des mittleren Altmühltales einzudämmen, wurde ein weiteres System geschaffen. Überschusswasser der Altmühl wird über den Altmühlsee sowie den Überleiter in den Brombachsee mit seinen Vorsperren Kleiner Brombachsee und Igelsbachsee übergeleitet und von dort in die Schwäbische Rezat sowie das fränkische Flusssystem abgegeben. Mit dem Überleiter wird die europäische Talwasserscheide überwunden und es werden ca. 25 Mio. m³ im Jahr nach Franken geleitet.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Quelle: | Wasserwirtschaft 10/2013 (Oktober 2013) |
| Seiten: | 4 |
| Preis: | € 10,90 |
| Autor: | Dipl.-Ing. Dieter Wirth |
| Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Grossrevision Waldeck 1 - Halbzeit bei der Modernisierung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Uniper investiert rund 50 Mio. Euro in die umfassende Erneuerung des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck 1.
Multifunktionales Konzept fuer ein Pumpspeicherkraftwerk im Harz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Ein großer Steinbruch im Harz könnte sich zukünftig als ein geeignetes Oberbecken für ein neues Pumpspeicherkraftwerk mit 180 MW Leistung erweisen.
Erneuerung der Werksgruppe Schluchsee - Vorzeigemodell fuer eine nachhaltige Modernisierung bestehender Pumpspeicher
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Schluchseewerk AG modernisiert mit dem Projekt WGSPlus ihre Pumpspeicher der Werksgruppe Schluchsee, um einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten.
Pumpspeicherprojekt PULS - ein wichtiger Baustein fuer die flexible Energieversorgung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Das von Vattenfall geplante Neubauprojekt PULS ist als Pumpspeicherkraftwerk konzipiert und könnte in Südthüringen, in der Mitte Deutschlands, realisiert werden.
Neubauprojekt PSW Forbach - Stand nach 1,5 Jahren Bauzeit
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) investiert rund 280 Mio. € in die Erneuerung und den Ausbau des bestehenden Rudolf-Fettweis-Werks in Forbach im Nordschwarzwald.