FLOX-Technik zur Deponiegasverwertung

Die Firma e-flox GmbH hat ein neues Hochtemperatur-Verbrennungssystem entwickelt, mit dem auch extrem niederkalorische Brenngase aus Deponien problemlos oxidiert werden. Durch ein ausgeklügeltes System zur Wärmerückgewinnung und die äußerst robuste FLOX-Technik ist das System sehr flexibel. Deponiegase mit Methankonzentrationen von 50 Vol.% bis 3 Vol.% können verarbeitet werden, wobei bis 6,5 Vol% Methan kein Zusatzbrennstoff erforderlich ist. Der Regelbereich des Systems liegt bei 1:5. Bei einer für 100 m³/h ausgelegten Drei-Brenner Anlage entspricht dies 20 m3/h bis 100 m3/h. Durch die Verbrennung in einer ausgemauerten Brennkammer, die auch den Betrieb im Überdruck erlaubt, sind auch verschiedenste Wärmenutzungsoptionen möglich.

Eine genaue Prognose zur Entwicklung des Deponiegasaufkommens in der Schlussphase der Gasproduktion älterer Deponien ist schwierig und von vielen Faktoren abhängig. In der letzten Phase der Gasproduktion auf einer Mülldeponie nimmt sowohl die Gasmenge als auch der Methangehalt ab. 
Motoren von Blockheizkraftwerken (BHKW) können bis ca. 38 Vol.% CH4 wirtschaftlich betrieben werden. Mikrogasturbinen bis 30 Vol.%. Um diese hohen Gas-Qualitäten sicherzustellen werden Deponien oftmals nur noch partiell abgesaugt, d.h. nur noch gute Gasbrunnen werden besaugt. Eine korrekte Entgasung ist dann nicht mehr sichergestellt, Gas geringerer Qualitäten bleibt in der Deponie bzw. tritt im Extremfall ungeordnet aus.
Da die Gasproduktion jedoch noch über Jahre weitergeht, wurden Deponiegasfackeln entwickelt welche bis 15 Vol.% Methan die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Temperatur und Verweilzeit erfüllen. Mit der neuen e-flox-Brennkammer kann ohne Stützgas bis hinunter auf 6,5 Vol.% CH4 und mit Stützgas bis auf 3 Vol.% CH4 das anfallende Deponiegas bei 1100 bis 1200°C und einer Verweilzeit > 0.6 Sekunden entsorgt werden. Mit diesen Schwachgasverwertungsverfahren kann die Deponie auch wieder korrekt entgast werden, d.h. alle Gasquellen können genutzt werden.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Praxistagung 2012 (Dezember 2012)
Seiten: 9
Preis: € 0,00
Autor: Dr. Roland Berger
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.