Optimierung der Auffindbarkeit von Fischaufstiegsanlagen

Ein wichtiges Kriterium für die Funktionstüchtigkeit von Fischaufstiegsanlagen ist deren Auffindbarkeit durch aufwanderungswillige Fische und Benthosorganismen. Wenn sich in der Praxis die in dieser Hinsicht optimale Lösung aufgrund örtlicher Restriktionen nicht verwirklichen lässt, können Hilfsmittel, wie Lockstromleitungen, Lockstrompumpen oder eine sinnvoll positionierte Einschwimmsperre, die Funktionalität von Fischaufstiegen verbessern.

Bei der Planung von Fischaufstiegsanlagen verhindern die räumlichen Gegebenheiten oftmals eine Ausführung, bei der die Vorgaben einschlägiger Normen und technischer Richtlinien eingehalten werden. So können z. B. eine ungünstige Anordnung von Bauwerken im Bereich einer Wasserkraftanlage oder der Platzmangel in Siedlungsgebieten zu Einschränkungen bei der Trassenführung sowie zu einer kleineren Dimensionierung der geplanten Fischaufstiegsanlage führen. In solchen Fällen sind in Absprache mit den zuständigen Fachbehörden und Fachverbänden sowie mit den Fischereirechtsinhabern Lösungen zu entwickeln, die die Modifikationen der entsprechenden technischen Regeln erlauben, ohne die Gesamtfunktionalität der Anlage zu beeinträchtigen. Der nachfolgende Beitrag zeigt anhand von drei Beispielen, wie trotz beengter räumlicher Verhältnisse die Auffindbarkeit der Wanderhilfen für aquatische Lebewesen verbessert werden kann.
Ausdrücklich wird darauf verwiesen, dass die nachfolgenden Ausführungen nicht dazu dienen sollen, die einschlägigen Normen und technischen Richtlinien zu umgehen bzw. auszuhebeln, um ggf. wirtschaftlichere Lösungen zu entwickeln. Es handelt sich vielmehr um Hilfsmittel, die trotz widriger Umstände die Planung einer funktionsfähigen Anlage auch dort ermöglichen sollen, wo bei Einhaltung aller Vorschriften kein bzw. nur unter erheblichen monetären Aufwendungen ein Fischaufstieg realisierbar wäre.
Die drei nachfolgend vorgestellten Verbesserungsmaßnahmen wurden bereits umgesetzt und haben erste praktische Ergebnisse geliefert. Im Einzelnen handelt es sich um die Anordnung einer Lockstromleitung, den Einbau einer Lockstrompumpe sowie die Anordnung eines Wanderhindernisses oberhalb des unterwasserseitigen Einstiegsbereiches eines Fischpasses.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 7-8 / 2011 (August 2011)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Axel Sobirey
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.