20 Jahre Produktverantwortung - Ein Blick zurück, der Blick voraus

Anfang 1991 lagen die ersten Entwürfe für die Verpackungsverordnung den Industrieverbänden vor. So begeistert und unterstützenswürdig wie ich von der Idee der erwieterten Produktverantwortung war, so enttäuscht war ich von der Ausgestaltung der Verordnung. Noch im Spätsommer 1991 wurden von dem Bundesrat Änderungen an der Verpackungsverordnung gefordert und aufgenommen, wobei die bundesweite Einführung für Anfang 1992 beibehalten wurde. Einen bundesweiten Aufbau eines dualen Systems zur Erfassung, Sortierung und Verwertung in der verarbeitenden Industrie schien mir nicht möglich in einem so kurzen Zeitraum.

Im Winter 1974/75 organisierte Prof. Thomé-Kozmiensky Seminare am Montagabend, an denen Wissenschaftler aus der TU Berlin, des neugegründeten Umweltbundesamtes, Diplomanden und Doktoranden teilnahmen und abfallwirtschaftliche Fragen und Visionen diskutierten. Die Wirtschaftsingenieure stellten unter den Teilnehmern mit ihren Diplomarbeiten die größte Gruppe dar. Daher wurden auch sehr schnell Ideen erörtert, wie eine Abfallwirtschaft der Zukunft aussehen könnte, die durch ökonomische Anreize angetrieben wird. Verschiedene Möglichkeiten der erweiterten Produktverantwortung und deren Umsetzungsmöglichkeiten wurden angedacht, doch als Vision weit in die Zukunft verlegt. Mit Prof. Töpfer gab es aber einen Umweltminister, der als Wirtschaftswissenschaftler das Instrument der Produktverantwortung verstand und als ein steuerndes Element in eine Verordnung umsetzen ließ. Einen wichtigen Auslöser stellten die Kunststoffhersteller dar, die für ihre Verpackungen im Gegensatz zu den Herstellern von Glas- und Papierverpackungen keine Rücknahme von Kunststoffverpackungen unterstützten.
 



Copyright: © TU Dresden - Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Quelle: 20 Jahre Abfallwirtschaft, Herstellerverantwortung, Produktpolitik (September 2011)
Seiten: 8
Preis: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski
 
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