Betriebserfahrung mit der Trockenvergärung in der MBA Hannover

Die Biologische Behandlungsstufe der MBA Hannover musste bereits kurz nach Inbetriebnahme durch umfangreiche Umbaumaßnahmen optimiert werden. Eine Sensitivitätsanalyse half, die wesentlichen Schwachpunkte zu identifizieren und angepasste Optimierungsmaßnahmen zu entwickeln. Ziele der Maßnahmen waren die sichere Erreichung der Genehmigungskonformität, die Erhöhung von Durchsatz und Verfügbarkeit sowie Wirtschaftlichkeit. Die Optimierungsmaßnahmen sind mittlerweile abgeschlossen und der Regelbetrieb aufgenommen worden. Parallel zu den Umbaumaßnahmen wurden umfangreiche Erfahrungen im Betrieb der Vergärungsanlage gesammelt über die im Folgenden erichtet wird.

In die MBA gelangen hauptsächlich Hausabfall und hausmüllähnlicher Gewerbeabfall. Das Schema in Abb. 1 zeigt den Behandlungsprozess. Sammelfahrzeuge entleeren den Restabfall in Flachbunker. Von dort wird der Abfall mit Greiferbaggern auf Shredder aufgegeben und zerkleinert. Magnete ziehen verwertbare Fe-Metalle heraus. Siebtrommeln trennen die Grobfraktion mit Restanteilen von Papier, Holz oder Kunststoffen von der Feinfraktion, die das meiste zur Verrottung geeignete organische Material enthält. Der Siebschnitt beträgt 60 mm. Innerhalb der MA werden vier weitgehend identische Aufbereitungslinien parallel betrieben. Die heizwertreiche Grobfraktion wird in Container gepresst und in der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage der E.ON Energy from Waste Hannover energetisch verwertet. Die weitere Aufbereitung erfolgt durch eine zweilinige Siebung auf 15 mm mit nach geschalteter Windsichtung. Siebdurchgang und Leichtfraktion werden der Vergärung über einen Zwischenpuffer zugeführt. Die Schwerfraktion wird in der Nachrotte behandelt.



Copyright: © IWARU, FH Münster
Quelle: 12. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (Februar 2011)
Seiten: 8
Preis: € 0,00
Autor: Dipl. Ing, Roland Middendorf
Helmut Menßen
 
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