Ohne Aufwand zum Ziel

Die treibhauswirksamen Kohlendioxidemissionen und der grüne Strom aus der Abfallverbrennung können effizient bestimmt werden

Die bei der Verbrennung von Hausmüll oder Gewerbemüll erzeugte elektrische Energie sowie die entstehenden Kohlendioxidemissionen stammen von erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energieträgern, zum Beispiel aus Biomasse und Kunststoffen. Der jeweilige Anteil der beiden Energieträger schwankt über die Zeit und ist unbekannt. Für verschiedene Fragestellungen wie die Kennzeichnung von Strom, die Erstellung von nationalen Treibhausgasbilanzen oder für den Handel mit Emissionszertifikaten ist es allerdings notwendig, die Energieträgeranteile und damit die Zusammensetzung der verbrannten Abfälle - unterteilt in biogene und fossile Materialien - möglichst genau zu kennen. Bisher gängige Verfahren zur Bestimmung dieser Größen sind entweder ungenau oder mit hohem Aufwand für Probennah-me und Analyse verbunden. Die an der Technischen Universität Wien entwickelte Bilanzenmethode ermöglicht eine zuverlässige Bestimmung des Biomasseanteils und des Anteils an fossilen Materialien ohne zusätzlichen Beprobungsaufwand. Stattdessen werden Betriebsparameter der Anlage, die für andere Zwecke ohnehin gemessen werden, herangezogen. Die Betriebsdaten werden mit allgemein gültigen Stoffdaten von fossilen und biogenen Materialien kombiniert, sodass sich ein System von Güter-, Stoff- und Energiebilanzen für eine Abfallverbrennungsanlage ergibt. Im Konkreten führt diese Vorgehensweise zu einem überbestimmten nichtlinearen Gleichungssystem, dessen Unbekannte die gesuchten Massenanteile an biogenen und fossilen Materialien darstellen. Mithilfe nichtlinearer Ausgleichsrechnungsalgorithmen lassen sich aus diesem Gleichungssystem die gesuchten Größen, die Energieträgeranteile sowie die Kohlendioxidemission fossilen Ursprungs, bestimmen. Die Methode wird derzeit an Abfallverbrennungsanlagen in verschiedenen europäischen Ländern teils für Testzwecke aber auch routinemäßig eingesetzt.



Copyright: © Rhombos-Verlag
Quelle: THERMISCHE VERFAHREN (Dezember 2009)
Seiten: 7
Preis: € 0,00
Autor: Professor Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rechberger
Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner
Dipl.-Ing. Oliver Cencic
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.