bifa-Text Nr. 57: Die Abfallwirtschaft im Jahr 2030 - Eine Szenarioanalyse nicht nur für Bayern

In einer neuen Studie des bifa Umweltinstituts werden mögliche Entwicklungen der regionalen, nationalen und internationalen Rahmenbedingungen für die bayerische Abfallwirtschaft im Jahr 2030 dargestellt sowie deren Auswirkungen auf die Abfallwirtschaftsstrukturen und auf die Ökoeffizienz. Das Projekt wurde im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit durchgeführt. Die Ergebnisse bieten auch anderen Behörden, Unternehmen und Verbänden in Deutschland eine Basis für die eigene Positionierung und Strategieentwicklung.

Unter Einbindung von 60 Experten wurden zunächst 24 Schlüsselfaktoren und deren mögliche Ausprägungen im Jahr 2030 definiert. Ökonomische und politisch-rechtliche Faktoren wurden dabei ebenso berücksichtigt wie stofflich-ökologische, gesellschaftliche und technische.
Mit Hilfe von Interviews, Workshops und Softwareunterstützung wurden dann vier in sich schlüssige Szenarien entwickelt: Szenario 1: Policy first - Politik als Motor nachhaltigen Wirtschaftens; Szenario 2: Markets first - Der Markt macht erfinde-risch; Szenario 3: Glocalisation - Das EU-Recht wird regionalisiert; Szenario 4: Sustainability last - Tagespolitik statt Strategie.
Für die wichtigsten Siedlungsabfallströme wurde schließlich abgeschätzt, wie sich Mengen, Zusammensetzung und Verbleib in diesen Szenarien entwickeln würden und welche Auswirkungen dies auf die Ökoeffizienz der bayerischen Siedlungsabfallwirtschaft hätte.



Copyright: © bifa Umweltinstitut GmbH
Quelle: Abfall in Bayern (Juli 2013)
Seiten: 45
Preis: € 5,75
Autor: Dr. Siegfried Kreibe
Dr. habil. Michael Schneider
Stefanie Müller
Dipl.- Ing. Thorsten Pitschke
Dr. Stefan Böschen
 
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Biomass steam processing (BSP)
© Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Rostock (6/2015)
Die langfristig gesetzten Ziele zur Minderung der CO2-Emission haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass vermehrt erneuerbare Energieträger zur Deckung des Primärenergiebedarfs eingesetzt werden. Mit über 60 % stellt Biomasse den größten Anteil der regenerativen Energieträger dar, weswegen die effiziente und nachhaltige Nutzung vorhandener Biomassen hohe Priorität hat. Vermehrt in den Fokus rücken dabei auch Abfallbiomassen, wie zum Beispiel pflanzliche Haushaltsreststoffe ('Biotonne'), Rückstände aus Fermentationsverfahren oder Klärschlamm. Das BSP-Verfahren ist für diese Stoffströme einsetzbar ebenso wie auch für klassische Biomassen (Holz, Stroh etc.). Das BSP-Verfahren kombiniert vorteilhafte Elemente der langsamen Pyrolyse und der hydrothermalen Karbonisierung (HTC) bei moderateren und verfahrenstechnisch einfach zu realisierenden Prozessparametern. Die Biomasse wird in überhitzter Dampfatmosphäre drucklos bei Temperaturen von etwa 350 °C und kurzen Reaktionszeiten zwischen 30 und 150 min behandelt. Die daraus resultierenden trockenen Biokohlen haben im Vergleich zu durchschnittlichen HTC-Produkten ähnliche elementare Zusammensetzungen und Brennwerte. In der vorliegenden Arbeit wurden Experimente in einem Technikumsreaktor mit maximalen Durchsatz von 0,5 kg/h durchgeführt und diese Erkenntnisse zur Planung und Umsetzung einer vergrößerten Pilotanlage mit bis zu 50 kg/h Durchsatz verwendet.

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